Plastikmüll

Viele Urlauber*innen hinterlassen bei ihren Reisen nicht nur Fußabdrücke im Sand, sondern vor allem eine Menge Müll, insbesondere Plastikabfall. Er sammelt sich an Meeresufern beliebter Urlaubsziele, zersetzt sich zu kleinen Partikeln und gelangt von dort aus in die Mägen von Meerestieren wie Albatrossen, Schildkröten und Fischen. Laut einer Studie des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences wird sich die weltweite Kunststoffproduktion alle 11 Jahre verdoppeln (Herrmann 2016: 159). Bis 2050 werden 95 % aller Seevogelarten Plastik verschluckt haben (ebd.). Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass etwa 30 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen landen (Herrmann 2016: 160), also bis zu 18.000 Plastikteilchen pro Quadratkilometer Meeresoberfläche. Sichtbar seien davon aber nur etwa 15 %, der Rest sinkt auf den Meeresboden und bleibt unserem Auge verborgen (NABU).

Doch große Mengen des Mülls stammen nicht etwa von den Einheimischen, sondern von uns Tourist*innen, und obwohl wir Mit- bzw. Hauptverursacher des Problems sind, wollen wir selbst nur ungern in Regionen reisen, die vermüllt sind. Müllfreie Städte und Wanderwege, intakte Tierwelten und sauberes Badewasser sind das Kapital des Tourismus – verschwinden sie, verschwinden auch die Touristen (Herrmann 2016: 162). Damit Touristen weiterhin von malerischen Stränden und traumhaften Berglandschaften angelockt werden können, müssen diese Landschaften gründlich gereinigt werden und das kostet Hotels, Gemeinden und Städte eine Menge Geld. Auch deshalb sind wir alle gefragt, wenn es um Müllvermeidung und korrekte Müllentsorgung geht. Zusammen können wir verhindern, dass es 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren gibt (Ellen MacArthur Foundation).