Papier
Immer mehr Verpackungen aus Papier oder Karton ersetzen solche aus Plastik – ob Papiertüten an der Gemüsetheke oder Tomaten in Pappboxen statt Plastikfolie. Aber handelt es sich hierbei wirklich um eine umweltfreundlichere Alternative?
Ob eine Verpackung umweltfreundlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Faktor, der ein Material umweltverträglich macht, ist seine Recyclingfähigkeit. Wenn Papier sortenrein getrennt wird, lässt es sich gut recyceln .
Da Papierverpackungen aber einige der positiven Eigenschaften von Kunststoffverpackungen nicht haben, werden sie oft mit weiteren Materialien als Verbundstoffe eingesetzt. Diese wiederum lassen sich schlecht wieder voneinander trennen und sind somit nur zum Teil recycelbar.
Aber auch die Herstellung eines Produkts spielt eine große Rolle. Damit eine Papierverpackung die gleiche Traglast wie eine aus Kunststoff aufweist, benötigt diese ca. dreimal so viel Material. Das hat wiederum enorme Auswirkungen auf die anfallenden Transportkosten .
Außerdem ist die Herstellung von Papier sehr energieintensiv: Große Mengen von Wasser werden verbraucht und der Rohstoff Holz ist sehr flächenintensiv im Anbau. Außerdem kommen bei der Herstellung reißfester Zellstofffasern Chemikalien wie Natronlauge, Sulfite und Sulfate zur Anwendung, die zu negativen Umweltauswirkungen und erhöhtem Energieeinsatz bei der Entsorgung führen.
Ein weiterer wesentlicher Faktor, der die Gesamt-Ökobilanz von Verpackungsmaterialien maßgeblich beeinflusst, ist die Nutzungsdauer. Eine Papiertüte ist beispielsweise wenig widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und mechanische Einwirkungen. Gerät sie mit Flüssigkeit in Kontakt oder wird sie zusammengeknüllt, verliert sie schnell ihre strukturelle Stabilität. Plastiktüten hingegen sind wesentlich widerstandsfähiger gegen solche Einflüsse, was dazu führt, dass eine Plastiktüte viel öfter verwendet werden kann, bevor sie in den Müll wandert.
